Kunst rettet Kunst

Das Festival zielt wie alle anderen Aktivitäten der Stiftung Pro Musica e Arte Sacra darauf ab, die Öffentlichkeit für die Ziele dieser Institution, nämlich den Schutz, die Erhaltung, die Förderung und die Erschließung kirchlicher Kulturgüter zu sensibilisieren sowie finanzielle Mittel zu sammeln, die ganz den jeweiligen Restaurierungsprojekten gewidmet werden. Mit Hilfe ihrer Förderer und Sponsoren konnte die Fondazione Pro Musica e Arte Sacra seit ihrer Gründung im Jahr 2002 zahlreiche wichtige und zum Teil äußerst umfangreiche Restaurierungsprojekte unterstützen (siehe dazu "Die Stiftung").

Wer im Jahr 2018 einen Beitrag leistet (und somit auch am XVII. Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra teilnimmt), unterstützt die Restaurierungsprojekte der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra. Im Zeitraum 2018-2020 unterstützt die Fondazione Pro Musica e Arte Sacra die folgenden Restaurierungsarbeiten und musikalischen Projekte:

• das Festival Internazionale di Musica e Arte Sacra;
• die Restaurierung der Tambouren der Kuppel der Basilika von St. Peter im Vatikan sowie die Restaurierung
der kleineren Kuppel der Kapelle Clementina;
• die Reise des Stadtsingechores Halle als lutheranischem Chor vom 23. bis 26. Januar 2018 nach Rom anlässlich der Vespern zur Bekehrung des hl. Apostel Paulus in der Basilika San Paolo Fuori le Mura am 25. Januar 2018 sowie des Konzertes am 24. Januar 2018 in der Basilika San Giovanni in Laterano mit dem Päpstlichen Chor der Cappella Musicale Pontificia „Sistina”.
• das Open-Air-Konzert mit den Wiener Philharmonikern am 29. Juni 2018 in Rom auf der Piazza Pio XII. (Platz vor dem Petersplatz), das unter dem Motto “Vienna Philharmonic for Peace” steht und in Zusammenarbeit mit dem vatikanischen Büro für Flüchtlingshilfe Migrants & Refugees Section for Integral Human Development organisiert wird.

Darüber hinaus beginnen wir in diesem Jahr mit den Wiener Philharmonikern ein großes Bruckner-Projekt, denn im Jahr 2024 wird der zweihundertste Geburtstag von Anton Bruckner gefeiert, der am 4. September 1824 in Ansfelden bei Linz zur Welt kam. Mit Blick auf dieses bedeutende Jubiläum werden die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Christoph Eschenbach ab 2018 und bis 2024 den gesamten Zyklus der Brucknersinfonien aufführen. Jedes Jahr wird dazu eine der bedeutenden Basiliken und Kathedralen Europas aufgesucht, und so werden an diesen Orten in sieben Jahren alle Sinfonien des großen österreichischen Komponisten zur Aufführung kommen.


RESTAURIERUNG DER AUSSENSEITE DER BASILIKA VON ST. PETER IM VATIKAN

Im Rahmen eines umfangreichen Programms zur Erhaltung und Erneuerung der Außenwände des gesamten Petersdomes schreiten die Restaurierungsarbeiten langsam aber sicher voran, welche die Dombauhütte von St. Peter schon vor dem Heiligen Jahr 2000 begonnen hat. In den letzten sieben Jahren wurde das Projekt Dank der Unterstützung der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra mit neuem Elan vorangebracht. Nachdem 1999 die Fassade restauriert war, plante man die notwendige Instandsetzung der Süd-, West- und Nordseite des Petersdomes. Diese Mauern sind 46 Meter hoch und haben, ohne die Hauptfassade mitzurechnen, eine Gesamtoberfläche von über 35.000 qm (= dreieinhalb Hektar). Die Restaurierung der Südseite wurde in nur fünf Jahren abgeschlossen (April 2007-Mai 2012), wobei die Arbeiten in drei Bauabschnitte eingeteilt wurden. Die Restaurierung des dritten Bauabschnitts, also in dem Teil der Basilika, welchen Michelangelo im 16. Jahrhundert entworfen hat, wurde mit Unterstützung der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra durchgeführt, wie auch die der Westseite, also der Außenseite der Apsis des Peterdomes. Hier begannen die Arbeiten im Jahr 2012; abgeschlossen wurden sie in diesem Jahr 2014. Die nicht einfache Arbeit wurde von qualifizierten Restauratoren unter der technischen und wissenschaftlichen Leitung der Dombauhütte von St. Peter durchgeführt, mit Unterstützung des Personals der Dombauhütte, den sogenannten Sanpietrini. Diese übernahmen die Maurerarbeiten, entfernten die alte Abdeckung aus Dachpfannen und Biberschwanzziegeln des Gesimses und des Gebälks und brachten dann Travertinplatten an, welche die gesamte Struktur schützen. Außerdem wurden die notwendigen diagnostischen Erhebungen durchgeführt, nämlich Fotografien (vor, während und nach den Arbeiten) und Laserscans. Diese Dokumentation ist sehr wichtig, denn eine gute Kartierung der beim Bau verwendeten Materialien und vor allem des Erhaltungszustandes ist zur Festlegung eines guten Instandhaltungsplanes unerlässlich. Nachdem dieser feststand, wurde die Travertinoberfläche mit leichten Sprühwasserdruck gereinigt. Um die hartnäckigsten schwarzen Verkrustungen zu entfernen, wurden Mikrosandstrahler mit geringem Druck und weichen Sandpartikeln verwendet, um noch eine gewisse Patina zu erhalten. Dieses JOS genannte System wurde auch bei der Restaurierung der Hauptfassade angewendet.

Die Restaurierung bot eine einzigartige und unwiederbringliche Gelegenheit, architektonische Details in großer Höhe eingehend zu betrachten. Es überrascht also nicht, dass es nur Dank dieser Restaurierungsarbeiten möglich war, einige von Michelangelo entworfene architektonische Elemente zu erfassen und zu studieren, vor allem figürliche Skulpturen, deren raffinierte Eleganz sich von unten nicht erkennen lässt. Während die Restaurierungsarbeiten an der Westseite, also an der Rückseite des Petersdomes, zu Ende gehen, hat die Dombauhütte von St. Peter, wiederum mit Unterstützung der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra, die Fortführung der Arbeiten auch an der Nordseite geplant, im aus dem16. Jahrhundert stammenden Teil, an dem die Via delle Fondamenta entlangläuft. Diese Restaurierungsarbeiten haben eine Fläche von circa 6.800 qm betroffen und um die zwei Jahre gedauert (2014-2016). Anzumerken ist, dass diese letzte bedeutende Kampagne genau 2014 angelaufen ist, in dem Jahr, in dem der 450. Todestag von Michelangelo Buonarroti (6. März 1475 - 18. Februar 1464) begangen wurde. Es war nämlich wie gesagt Michelangelo, der zwischen 1546 und 1564 diesen Teil der Außenseite des Petersdomes entwarf und bauen ließ (ausgenommen den kleineren Bogen ganz links). Unter den Pontifikaten von Julius III. (1550-1555), Paul IV. (1555-1559) und Pius IV. (1559-1565) beendete er den Bau der Apsis und der Schrägseiten und begann die Attika darüber sowie die Fundamente der geraden Seitenwände, die dann 1590 von seinem Nachfolger, dem Architekten Giacomo Della Porta (1533-1602), fertig gestellt wurden.

Hier geht es zum Video eines Berichts der Rome Reports TV News Agency in Englisch
Hier geht es zum Video eines Berichts der Rome Reports TV News Agency in Spanisch