Das Festival zielt wie alle anderen Aktivitäten der Stiftung Pro Musica e Arte Sacra darauf ab, die Öffentlichkeit für die Ziele dieser Institution, nämlich den Schutz, die Erhaltung, die Förderung und die Erschließung der kirchlichen Kulturgüter Italiens zu sensibilisieren sowie finanzielle Mittel zu sammeln, die ganz den jeweiligen Restaurierungsprojekten gewidmet werden. Mit Hilfe ihrer Förderer und Sponsoren konnte die Fondazione Pro Musica e Arte Sacra seit ihrer Gründung im Jahr 2002 dreizehn wichtige und zum Teil äußerst umfangreiche Restaurierungsprojekte unterstützen (siehe dazu “Die Stiftung”). Die Förderer 2011 (die als solche am Jubiläumsfestival zum zehnten Jahr teilnehmen) unterstützen drei Restaurierungsprojekte der Fondazione Pro Musica e Arte Sacra und der Dombauhütte von St. Peter. Sie betreffen das Mausoleum PHI, genannt „der Marci“, in der Vatikanischen Nekropole, die südliche Außenwand des Petersdomes sowie die „Fontana della Burbera“, einen antiken Brunnen auf dem Petersdom.
Auch das Restaurierungsprojekt, das sie nach diesen sehr umfangreichen und kostenintensiven Arbeiten in Angriff nehmen wird, hat die Stiftung bereits definiert. Es handelt sich um die Orgel der Jesuitenkirche San Francesco Saverio (Francisco de Xavier) in Rom in der Nähe des Pantheons, besser bekannt unter dem Namen „Oratorio del Caravita“.
Nachdem die Stiftung in den Jahren 2006-2008 die komplette Restaurierung des Mausoleums H „der Valerier“ in der Vatikanischen Nekropole unter dem Petersdom finanziert hat, in welcher mit einiger Sicherheit auch das Petrusgrab liegt, hat sie 2010-2011 mit Hilfe ihrer Sponsoren und Förderer die Restaurierung des Mausoleums PHI oder „der Marci“ durch die Dombauhütte von St. Peter unterstützt, die im Juni 2011 abgeschlossen wurde. Dieses mit Fresken reich geschmückte Mausoleum der Familie der Marci, das wie die gesamte Vatikanische Nekropole gegen Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. unter freiem Himmel errichtet, beim Bau der ersten Peterskirche durch Kaiser Konstantin im 4. Jahrhundert mit Erde zugeschüttet und überbaut und erst bei Ausgrabungen unter dem Petersdom in den Jahren 1939 – 1958 nach über 1300 Jahren wieder entdeckt wurde, ist eines der wichtigsten und eindrucksvollsten Grabmäler der Vatikanischen Nekropole. Die herrlichen, auf rotem Hintergrund ausgeführten Fresko-Gemälde zeigen Szenen aus der Mythologie, Pfauen, Blumengirlanden, Singvögel, Medusenköpfe, Enten, Nereiden (Meeresnymphen), Seeungeheuer und Silenen (Satyrn).
Diese Fresken galt es vor dem Verschwinden zu bewahren und für die Zukunft zu konservieren, und gleichzeitig wurde es durch die Restaurierungsarbeiten möglich, die malerische Ausgestaltung besser zu verstehen und die mythologischen Szenen exakter interpretieren zu können. So entdeckte man zum Beispiel in einem Gemälde eine in diesem Begräbniskontext für die Archäologen äußerst bedeutende Darstellung der sogenannten Kapitolinischen Trias
(bestehend aus den drei wichtigsten Gottheiten der Römer: Jupiter, Juno und Minerva). Interessant an ihr ist, dass die Götter hier nicht selbst anwesend sind, sondern nur durch die ihnen zugeordneten Attribute (Adler, Blitz und Zepter für Jupiter, Pfau für Juno und Schild und Eule für Minerva) und je einen leeren Thron vertreten dargestellt werden.
Im Zuge der Restaurierungsarbeiten wurden auch das Fragment eines Mosaiks mit der Darstellung des Todes des Pentheus sowie ein herrlicher Marmorsarkophag konserviert. Außerdem konnte die Existenz von Fensterscheiben aus Glas in den beiden winzigen Fenstern des Mausoleums belegt werden, ein für jene Zeit außergewöhnlicher Umstand.
Die Hauptfassade des Petersdomes, ein unverkennbarer und weltweit bekannter Anblick, wurde zum Heiligen Jahr 2000 restauriert. Seither bemüht sich die Dombauhütte um die Restaurierung der Fassade der Südseite der Vatikanbasilika, die mit ihren circa 11.500 Quadratmetern eine mehr als doppelt so große Fläche besitzt. Die Restaurierungsarbeiten sind dringend nötig, da Bruchstellen und Infiltrierungen von Regenwasser das Risiko der Ablösung von Elementen und von Schäden in der Basilika mit sich bringen.
Im dritten Bauabschnitt der Restaurierung, in dem die Fondazione Pro Musica e Arte Sacra die Dombauhütte von St. Peter seit 2010 finanziell unterstützt, geht es um die Bausubstanz des von Michelangelo entworfenen Teils der Basilika aus dem 16. Jahrhundert. Dieser dritte Abschnitt ist auch insofern der interessanteste der drei (der erste und zweite betreffen den von Maderno im 17. Jahrhundert realisierten „Anbau“), da er den Eingang der „Porta della Preghiera“ mit einbezieht, durch welchen der Papst, Staatsoberhäupter und Diplomaten die Basilika bei Hl. Messen betreten.
Der Brunnen „Fontana della Burbera“ befindet sich in circa 40 Metern Höhe auf der nördlichen Terrasse des Petersdomes und wurde Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts zu Füßen von Michelangelos grandioser Kuppel und gegenüber der Sixtinischen Kapelle errichtet. Seinen Namen hat er von einem burbera (wörtlich „Griesgram“) genannten Seilzug, mit dessen Hilfe bis zum Ende des letzten Jahrhunderts Wasser auf die Terrassen des Petersdomes gebracht wurde. Der Brunnen ist an ein achteckiges Türmchen mit Bleikuppel angebaut, das am Ende einer von der Basilika in der Nähe der Cappella della Pietà ausgehenden schmalen Wendeltreppe einen der Ausgänge zur Nordterrasse bildet.
Das Becken des Brunnens besteht aus einem antiken römischen Marmorsarkophag, dessen Vorderseite ein Basrelief mit Putten schmückt, während auf den Seiten Greife abgebildet sind. Darüber befindet sich eine in Hochrelief gearbeitete Marmorskulptur mit einem Delfin zwischen Büschen und Felsen, über die ein Salamander klettert; der Delfin fungiert als Wasserspeier. Auch in ein fein gearbeitetes und mit Blei ausgeschlagenes Becken über dieser Skulptur fließt das Wasser und von dort weiter hinab in das Sarkophag-Becken. Über allem thront weiter oben das marmorne Wappen von Kardinal Pier Francesco Galeffi (1770-1837), dem Erzpriester der Basilika von 1820 bis 1837.
Die „Fontana della Burbera“ ist ein nicht unbedeutender Teil der Geschichte des Petersdomes, denn mehr als zwei Jahrhunderte lang hat sie all denen zur Erfrischung gedient, die auf die Terrasse der Basilika gestiegen waren: von hier aus konnten sie bereits ein herrliches Panorama genießen, bevor sie sich zum beschwerlichen und aufregenden Aufstieg zur Spitze der Kuppel aufmachten.
Mit der Restaurierung wird der Basilika ein elegantes und fein gearbeitetes Monument erhalten, das einmal Pilgern genau wie hochgestellten Besuchern eine erfrischende und schön gestaltete Rast ermöglichte. Heute ist es beinahe in Vergessenheit geraten und benötigt aufgrund der über die Jahrhunderte durch Wetter und Umweltverschmutzung entstandenen Schäden dringend Behandlung und Pflege.